Guyana: HIV-Infektionen durch schmutziges Spritzbesteck – Regierung versucht gegenzusteuern

Symbolbild: Heroin-Konsument spritzt sich die gefährliche Substanz | Bild: © WBEZ [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Guyana gilt als einer der Drogen-Transitstaaten Südamerikas. Unter anderem grenzt das Land an Brasilien und Venezuela, zwei Staaten die stark in den Drogenhandel involviert sind. Vor allem das Kokain wird von Kolumbien über Venezuela geschmuggelt und von dort aus über Guyana in die USA sowie nach Kanada und Europa transportiert. Die illegale Substanz wird oft in legalen Waren versteckt und mit kommerziellen Schiffe, Flugzeugen, menschlichen Kurieren oder Post geschmuggelt. Während diverse Drogenexporte über Guyana abgewickelt werden, konsumiert auch ein Teil der Bevölkerung innerhalb des Landes verschiedene Rauschmittel, hauptsächlich Kokain, Crack, Marihuana und Heroin.12

Die Präsidialdemokratie verfügt nicht über eine angemessene Strategie, die die Drogennachfrage reduziert und die Rehabilitation von Süchtigen vorsieht. Obwohl die Regierung die illegalen  Drogengeschäfte weder erleichtert noch unterstützt, können die kriminellen Machenschaften nur schwer unterbunden werden. Rauschgifthändler bedienen sich diverser Taktiken, um den Export ihrer Ware voranzutreiben. Unter anderem werden schwangere Frauen beauftragt, mit Kokain gefüllte Kondome zu schlucken. So können sie die Röntgenkontrollen umgehen und ungehindert durch den Zoll wandern. Unter den Schwangeren befinden sich teilweise auch minderjährige Mädchen.34

Neben Kokain wird auch Heroin im Land konsumiert. Das Spritzen der Droge birgt Gefahren: Sie macht extrem abhängig, eine Überdosis kann zum Tod führen und schmutzige Nadeln haben oft eine Infektion mit HIV zu Folge. Zwischen 2010 und 2016 infizierten sich 1000 Einwohner Guyanas mit HIV. Aufgrund der Vielzahl an infizierten Personen im Jahr 2006 versucht der Staat seit einigen Jahren dagegen vorzugehen und ist erfolgreich. In den letzten Jahren wurde die Diagnose seltener gestellt als zuvor. 85 Prozent der Personen mit einem positiven Testergebnis sind im staatlich geführten Behandlungsprogramm. Um die Zahlen weiter zu senken, soll nun das Medikament Pre-Exposure Prophylaxis (PrEP) in die Gesundheitskampagne aufgenommen werden. Durch die Einnahme des Medikamentes kann der Verbraucher die Infizierung der lebensbedrohlichen Krankheit mit einer hohen Wahrscheinlichkeit verhindern.56

Obwohl die Bekämpfung des Virus notwendig ist und die Einführung des Medikamentes einen Erfolg darstellt, ist die Ursache aber immer noch der Drogenhandel und Drogenkonsum. Aufgrund der Schlüsselstellung Guyanas ist es schwer, diese zu stoppen. Viele Akteure sind in die Drogenwirtschaft verwickelt. Um den Rauschgifthandel zu unterbinden, müssten unter anderem die Institutionen gestärkt werden. Das Bildungs-,  Gesundheits- und Sicherheitsministerium haben infolgedessen einen Plan aufgestellt, der im Zeitraum von 2016 bis 2020 das Drogenproblem effektiv bekämpfen soll. Dabei soll vor allem die Nachfrage reduziert und politische Institutionen gestärkt werden. Außerdem wird angestrebt, die Kontrollmaßnahmen zu verschärfen. Zudem sollen Medienkampagnen mit prominenten Gesichtern genutzt werden, um die Aufmerksamkeit von Jugendlichen zu erregen und somit eine adäquate Aufklärung über die Drogenproblematik zu bewerkstelligen. Alternativen zur Inhaftierung werden angestrebt, sowie der Bau von zusätzlichen Behandlungszentren.7

  1. U.S. Department of State: Guyana; Stand 26.01.2018 []
  2. Guyana Drug Situation: Assessment on the drug situation in Guyana; Report vom 02.10.2008 []
  3. U.S. Department of State: Guyana; Stand 26.01.2018 []
  4. sz: Weiblich, hörig, vollgepackt mit Kokain; Artikel vom 24.09.2013 []
  5. Deutsche AIDS-Hilfe: FAQ PrEP; Stand 26.01.2018 []
  6. newsday: Guyana moves to introduce PrEP while TT still lags; Artikel vom 21.01.2018 []
  7. gndsmp: Guyana National Drug Startegy Master Plan 2016-2020; Stand 20.01.2018 []

Über Malina / earthlink

Ich heiße Malina, bin 23 Jahre alt und studiere Politikwissenschaften und Soziologie in München.
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