Machtzuwachs der brasilianischen Bande PCC verstärkt Kokainfluss nach Europa

Kokain Kolumbien

In Brasilien wird Kokain nicht nur konsumiert, sondern auch zunehmend exportiert Bild: © (c) Pkripper503 - Dreamstime

Südamerika wird zunehmend von der brasilianischen Gruppe Primeiro Comando da Capital (PCC) bedroht. Diese ist in Drogen- Schmuggelgeschäfte und Raubattacken verwickelt. Im April 2017 überfiel die Bande den Hauptsitz eines Panzergeschäfts in Prosegur und sorgte mit einem ausgeklügelten Plan für ein filmreifes Szenario. Aufgeteilt in zehn zwölf-Mann Teams, die jeweils zehn Soldaten und zwei Schützen enthielten, bombardierte das PCC das Gebäude. Die Gruppe konnte dabei die Polizei erfolgreich fernhalten und Hubschrauber abwehren. Bei dem Überfall machte sich die Bande 11,7 Millionen Dollar zu eigen. Der Vorfall veranschaulicht erneut die momentane Machtlosigkeit der Polizei.1

Die im Jahr 1993 gegründete Bande hat ihren Ursprung in einem brasilianischen Gefängnis.  Im Allgemeinen waren die Verhältnisse in den Haftanstalten des Landes zu der Zeit von Gewalt geprägt, oftmals folterten Aufseher Insassen. Als es dann in einem Gefängnis in Sao Paolo im Oktober 1992 zu einem Massaker kam, bei dem über 100 Häftlinge ermordet wurden, schlossen sich acht Gefangene zusammen. Gemeinsam wollten sie für Gerechtigkeit und bessere Verhältnisse in den brasilianischen Gefängnissen sorgen, letztendlich gründeten sie jedoch die mächtigste Bande Brasiliens, die vor Gewalt alles andere als zurückschreckt. Kleinkriminelle, die ihren Drogengeschäften in die Quere kommen, werden gnadenlos umgebracht. Mittlerweile funktioniert das PCC wie ein Unternehmen, das keiner linken Ideologie nachgeht, sondern ausschließlich auf Profit aus ist.2

Das PCC ist vor allem in den Rauschgifthandel mit Kokain involviert. Brasilien grenzt unter anderem an Kolumbien und Paraguay, zwei Staaten die im Drogengeschäft nur allzu bekannt sind und fungiert daher auch als Transitstaat. Seitdem sich die kolumbianische Guerilla-Gruppe „FARC“ im Jahr 2016 aus den illegalen Machenschaften zurückzog, verschwand damit die zu dem Zeitpunkt mächtigste Drogenbande von der Bildfläche – und machte Platz für andere Gruppen. Anstelle der FARC erobern nun brasilianische Drogenbanden wie das PCC den Kokainmarkt. Experten zufolge wird diese Neuordnung weltweite Verschiebungen mit sich bringen und auch in Deutschland zu spüren sein. Die kolumbianischen Schmuggelrouten nach Europa werden nun von brasilianischen Banden erobert – aufgrund dessen werden eine steigende Kokainausfuhr nach Europa und dadurch fallende Preise befürchtet, denn die Produktion in Brasilien blüht. Im Jahr 2016 spürten brasilianische Behörden im Amazonas 3,5 Tonnen Kokain auf. Aufgrund der steigenden Zahl an Kokainfunden in Europa wird eine Kokainschwemme vom Amazonas vermutet.3

  1. insightcrime: Can Anyone Stop Brazil’s PCC?; Artikel vom 20.02.2018 []
  2. insightcrime: First Capital Command – PCC; Artikel vom 20.02.2018 []
  3. nzz: Im Amazonas braut sich ein Gewaltszenario zusammen, dessen Konsequenzen auch im Amazonas zu spüren sein werden; Artikel vom 06.04.2017 []

Über Malina / earthlink

Ich heiße Malina, bin 23 Jahre alt und studiere Politikwissenschaften und Soziologie in München.
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