Ökologische Zerstörung durch die Drogenproduktion

Pestizide werden in Mittel- und Südamerika in der Landwirtschaft sowie in der Drogenproduktion verwendet | Bild: © Neil Palmer [CC-BY-SA 2.0] - Flickr

Der Anbau und die Produktion von Drogen belasten Mensch und Natur. Um der staatlichen Verfolgung zu entgehen, weichen die Drogenproduzenten in entlegene beziehungsweise unberührte Regionen aus. Zum Anbau benutzen sie vor allem Regenwaldgebiete in Kolumbien, Bolivien oder Peru. Jährlich werden bis zu 30 Prozent der Waldvernichtung von den Drogenbauern verursacht. Die Regionen werden brandgerodet und mit Coca oder Schlafmohn bepflanzt. Nach zwei bis drei Ernten ziehen sie in ein neues Gebiet und roden erneut große Flächen an Regenwald. Das liegt zum einen an der Unfruchtbarkeit des Bodens sowie zum anderen an dem Versuch, unentdeckt zu bleiben und dem Staat und der Drogenbehörde nicht aufzufallen. Nicaragua, Guatemala und Honduras werden als Transitstaaten genutzt, um die Ware in das Hauptabnehmerland USA zu schmuggeln. Der Gewinn aus dem Drogengeschäft wird dabei in der Region angelegt: Es werden wieder Wälder gekauft, gerodet und anschließend als landwirtschaftliche Plantagen genutzt. Die Verbesserung der Infrastruktur wie der Bau von Straßen und Flugzeuglandeplätzen hat ihren Sinn in der Geldwäscherei und dem Aufbau eines immer stärker werdenden Netzwerkes. Die ökologischen Auswirkungen auf den Regenwald sind dabei immens.1 2

Aus der Waldrodung entstehen existentielle Bedrohungen für die Umwelt der betroffenen Regionen. Es kommt zunehmend zu Landrutschen, da kein Wald die Menge der tropischen Regenflut mehr aufnehmen kann. Die damit verbundenen Überschwemmungen und Schlammlawinen stellen eine ernstzunehmende Bedrohung für die dort lebenden Menschen dar. Drogenproduzenten dringen zudem vermehrt in staatliche Nationalparks ein. Dort ist die Hürde für die Umsetzung der rigiden staatlichen Bekämpfungspolitik um einiges höher. Im Normalfall werden die Plantagen angezündet oder die Behörden besprühen die Drogenplantagen mit Unkrautbekämpfungsmitteln.

Die Flucht der Drogenbauern in abgelegene Gebiete dient somit auch als Schutz vor der Bekämpfungspolitik des Staates. Durch die Verwendung von Herbiziden auf Glyphosat-Basis werden die Pflanzen in kürzester Zeit vergiftet und sterben ab. Die Bekämpfungsmittel werden mit Flugzeugen zu den Plantagen gebracht und darüber gesprüht. Dabei erreicht das Gift nicht nur die illegal geführten Anpflanzungen, sondern auch die Drogenbauern beziehungsweise die in der Nähe lebenden Dorfbewohner. Der Kontakt mit dem Gift führt zu erhöhten DNA-Schäden, die später zu gefährlichen Krankheiten wie Krebs oder Fehlgeburten führen können. Zudem treffen die Giftwolken auch Tiere, Regenwald und Felder mit legaler Kultivierung, die dabei in Mitleidenschaft gezogen werden und absterben. Gelangt das Glyphosat in Gewässer, so beeinträchtigt es die Trinkwasserqualität und schädigt die Wasserlebewesen. Doch auch auf den Anbau der Drogen selbst lassen sich gesundheitliche und ökologische Folgen zurückführen. Die Drogenhändler verwenden ebenfalls Pestizide, um sich vor Schädlingen zu schützen. Während der Umwandlung des Rohstoffs der Coca-Pflanze in die Droge Kokain werden gefährliche Chemikalien verwendet. Mindestens zwei Tonnen giftiger Abfall entsteht pro Hektar Coca. Die toxischen Produktionsrückstände werden von den Produzenten überwiegend in der Umwelt oder im Wassersystem entsorgt. Leidtragende der Folgen sind die Natur und deren Bewohner. Somit leidet zwangsweise die Bevölkerung an der Zerstörung und den Auswirkungen der Drogenproduktion.3

  1. Regenwald: Drogenhändler zerstören Regenwälder; Artikel vom 17.05.17 []
  2. Der Freitag: An der Line kleben Blut und Regenwald; Artikel vom 27.04.16 []
  3. Spektrum: Der ökologische Fluch der Drogen; Artikel vom 29.06.07 []

Über Sonja / earthlink

Ich heiße Sonja, bin 21 Jahre und studiere im 5. Semester European Studies an der Universität Passau. Ich mache mein Praktikum bei earthlink um einen Einblick in die Arbeit und Projekte einer NGO zu bekommen.
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Ein Kommentar zu Ökologische Zerstörung durch die Drogenproduktion

  1. Judith Hilebrand sagt:

    Die Bauern leben also vom Drogenanbau. Die Pflanzen werden von der Regierung zerstört und die Bauern müssen sich erneut eine Lebensgrundlage schaffen. Drogen bringen schnelles Geld. Also: wieder Drogenanbau.
    Für mich klingt das wirklich wie ein Teufelskreis! Der dann auch noch unseren Planenten in Mitleidenschaft zieht.

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