Guatemala und Mexiko intensivieren Kampf gegen den Drogenschmuggel

Guatemala rückt nach Mexiko immer mehr ins Zentrum des Drogenkrieges | Bild: © PuroGuro [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Laut einem Bericht des internationalen Suchtstoffkontrollrates sind im Jahr 2016 rund 76 Prozent des weltweiten Kokains über die mittelamerikanische Route in die USA geschmuggelt worden. Auch im vergangenen Jahr konnten die USA keinen Rückgang der geschmuggelten Drogen in ihr Land verzeichnen – im Gegenteil. 2017 wurde vermerkt, dass die Wichtigkeit Guatemalas als Drogentransitstaat extrem zugenommen hat. Das mexikanische Sekretariat der Marine kooperiert nun mit seinem Nachbarstaat Guatemala, um gezielt gegen den internationalen Drogenschmuggel vorzugehen. Die mittelamerikanischen Partner setzen dabei auf routinehafte Kontrollen über den See-, Land- und Luftraum. Der Pazifische Ozean gilt neben dem Landweg als Hauptroute für den illegalen Handel narkotischer Substanzen. Die Zusammenarbeit besteht vor allem aus dem Austausch von Informationen. Das gegenseitige Vertrauen und die gemeinsamen Operationen stehen laut mexikanischer Behörden an oberster Stelle. Bisher konnten bereits mehrere Tonnen Kokain sowie benötigte Chemikalien zur Kokainherstellung sichergestellt werden.1 2

Mexiko gilt als wichtiger Anbaustaat für Marihuana und Schlafmohn und ist führender Heroinlieferant an seinen Nachbarn im Norden. Des Weiteren ist es die wichtigste Transitroute für den südamerikanischen Kokainschmuggel. Seit 2006 führt die mexikanische Regierung einen erfolglosen Kampf gegen den illegalen Drogenhandel, Korruption und die organisierte Kriminalität. Die dadurch vorherrschenden Gewaltausschreitungen erschweren die Gewährleistung von Sicherheit und die wirtschaftliche Entwicklung des Staates. Als mittelamerikanisches Land ist auch Guatemala unmittelbar zum Transitstaat für den Drogenschmuggel geworden. 3 4

Guatemala gilt zwar noch nicht als Narcostaat, ist jedoch durch seine strategische Lage  zu einer wichtigen Zweigstelle für den Drogenhandel krimineller Organisationen geworden. Die Drogenkartelle arbeiten längst nicht mehr national. Sie sind ein transnationales Netzwerk, das vor allem in  den Nachbarstaaten agiert. Das mexikanische Kartell „Los Zetas“ verfügt seit Jahren über eine eigene Infrastruktur in Guatemala. Außer Kokain schleusen die Banden auch illegale Substanzen für die Herstellung von Metamphetamin durch das Land nach Mexiko weiter, wo sie es zur konsumfertigen Droge weiterverarbeiten. Die Auswirkungen des Drogenschmuggels bekommt die Bevölkerung zu spüren. Der illegale Handel breitet sich besonders in der unteren Bevölkerungsschicht aus, die von Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit geprägt ist. Der Beitritt ins Kartell ist oftmals die einzige Lösung zur Existenzsicherung. Um ihren aussichtlose Zukunft zu entfliehen, verfallen die Armen oftmals selbst den Drogen.5

Die Macht der Narco-Organisationen ist Folge und Ursache für die Schwäche der guatemaltekischen Regierung. Doch auch Mexikos zwölfjähriger Krieg gegen die Drogen hat es nicht geschafft, die Drogenkartelle zu vernichten. Die transnationale Kooperation gilt als Neuanfang im Kampf gegen die Rauschgifte. Doch der Drogenhandel ist nicht das einzige Problem, mit dem die Länder zu kämpfen haben. Die Korruption ist sowohl in der Justiz als auch in den politischen Sektoren verankert, sodass beide Staaten im hinteren Viertel des weltweiten Korruptionsindex liegen. Es bleibt somit die Frage nach der Wirksamkeit der Zusammenarbeit.6 7

  1. Diálogo: Mexico and Guatemala strike organized crime; Artikel vom 19.03.18 []
  2. Business Insiders: Here’s how drugs are getting smuggled from South America to the US; Artikel vom 14.09.17 []
  3. Open Democracy: Trump’s only interests in Latin America are migration, drugs, energy and technology; Artikel vom 17.01.18 []
  4. Diálogo: Mexico and Guatemala strike organized crime; Artikel vom 19.03.18 []
  5. Planet Wissen: Drogenkrieg in Mexiko; aufgerufen am 23.03.18 []
  6. United States Department of State: International Narcotics Control Strategy Report – Drug and Chemical Report; Artikel vom März 2018 []
  7. Transparency: Korruptionsindizes; aufgerufen am 23.03.18 []

Über Sonja / earthlink

Ich heiße Sonja, bin 21 Jahre und studiere im 5. Semester European Studies an der Universität Passau. Ich mache mein Praktikum bei earthlink um einen Einblick in die Arbeit und Projekte einer NGO zu bekommen.
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