Costa Rica: Anstieg der Drogenkriminalität stellt neuen Präsidenten vor große Herausforderungen

Symbolbild: Beschlagnahmtes Kokain, das schon für den weiteren Transport fertig gemacht wurde. | Bild: © Public Domain work of a US Federal Agency [Public Domain] - Wikimedia Commons

Seit einiger Zeit häufen sich die Drogenfunde von Kokain in Costa Rica immer mehr. Erst Mitte April konnten costa ricanische Behörden 800 Kilogramm Kokain sicherstellen, das in einem Boot aus Kolumbien an die Küste des Landes gebracht werden sollte. Dies ist bereits der zweite große Schlag gegen den Drogenschmuggel aus Kolumbien dieses Jahr. Im Februar konnten von der Küstenwache ebenfalls bereits bis zu knapp zwei Tonnen der Droge beschlagnahmt werden. Beide Operationen wurden von amerikanischen Sicherheitskräften unterstützt. Durch die Operationen konnten die genauen Transportrouten der Schiffe festgestellt werden. Diese Informationen sind für die Behörden von hoher Bedeutung, da 82 Prozent des Kokains, das nach Nordamerika auf Schiffen transportiert wird, durch den Pazifik kommt.1

Für die Regierung von Costa Rica ist das ein großer Schritt in der Bekämpfung von Drogen, da in den vergangenen Jahren die Zahl der Tötungsdelikte, die mit Drogen in Verbindung stehen, stetig angestiegen ist. Dabei konzentrieren sich die Gewalt und der Drogenhandel vor allem auf Regionen des Landes mit einer hohen Anzahl an Arbeitslosen. Mehr als die Hälfte der Morde und Beschlagnahmung von Drogen fand in 30 der ärmsten Gebiete statt, was ungefähr sieben Prozent des gesamten Landes ausmacht. Für viele Jahre war Costa Rica nur eine Durchgangsroute, jedoch werden mittlerweile auch immer mehr Drogen im Land konsumiert und verkauft. Der neue Präsident Carlos Alvarado Quesada hat angekündigt, das Problem anzugehen, indem er sich vor allem der finanziellen Situation, der Korruption und der schwerwiegenden soziale Konflikte des Landes annimmt.2

Trotz dieser Entwicklungen ist Costa Rica immer noch einer der wichtigsten Transitstaaten für den transkontinentalen Drogenhandel. Das Land wird vor allem von mexikanischen und kolumbianischen Kartellen als Zwischenstopp für die Drogen auf dem Weg in die USA benutzt. Dabei wird das Kokain meistens mit Schnellbooten oder Flugzeugen bzw. über den Landweg transportiert. Dabei erleiden die sensiblen Wälder an der Ostküste durch die Wege, die sich die Schmuggler durchs Unterholz schlagen, irreparable ökologische Schäden. Ebenso ist der Drogenkonsum sowie die Kriminalitätsrate der einheimischen Bevölkerung im letzten Jahrzehnt angestiegen, weil viele Helfer von den Kartellen mit Drogen anstatt mit Geld bezahlt werden. Wegen Costa Ricas geographischer Lage und dem riesigen Absatzmarkt in den USA werden Kartelle trotz verstärkter Kontrolle das Land weiterhin als Zwischenstopp auf dem Transportweg nutzen und der neue Präsident sieht sich gleich zu Anfang seiner Amtszeit mit einem schweren Problem konfrontiert.

  1. dialogo:Costa Rica strikes international Narcotarfficking; Artikel vom 25.04.2018 []
  2. Businessinsider:Drug-related violence is soaring in a quiet corner of Latin America, and it`s not clear what the new president plans to do about it; Artikel vom 13.04.2018 []

Über Fabian / earthlink

Ich heiße Fabian, bin 26 Jahre alt und stehe kurz vor dem Abschhluss meines Geographie Studiums an der LMU München. Ich mache das Praktikum bei Earthlink e.V um mir ein Bild von entwicklungspolitischer Arbeit in einer NGO zu machen, da ich mir später vorstellen könnte in diesem Bereich einmal tätig zu sein.
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