Hinrichtungen wegen Drogendelikten nehmen weltweit zu

Demonstration für die Abschaffung der Tode4sstrafe im Iran. Bild: © Steve Rhodes [CC BY-NC-ND 2.0] - flickr

Im letzten Jahr wurden weltweit weniger Menschen durch die Todesstrafe umgebracht und auch die Zahl der verhängten Todesurteile ist global zurück gegangen, so berichtet Amnesty International. Insgesamt wurden 2017 international 993 Exekutionen durchgeführt, was im Vergleich zu 2016 einer Abnahme von vier Prozent entspricht. Angeführt wird diese Statistik mit 84 Prozent aller Hinrichtungen von den Ländern Iran, Saudi-Arabien, Irak und Pakistan, wobei China nicht berücksichtigt wird. Im Iran gab es 2017 11 Prozent und in Pakistan 31 Prozent weniger vollstreckte Todesurteile. Auch in Subsahara-Afrika lässt sich ein positiver Trend erkennen. Guinea hat die Todesstrafe komplett abgeschafft und Gambia ausgesetzt, um sie darauffolgend ganz außer Kraft zu setzen. Experten sind sich einig, dass die Todesstrafe Verbrechen nicht verhindert, da es keine fundierten Beweise oder Daten gibt, die belegen, dass so potentielle Täter stärker als durch andere Strafen abgeschreckt werden.12

Zwar ist die allgemeine Anzahl der Exekutionen 2017 gesunken, jedoch wurden trotzdem vermehrt Urteile bei der Bekämpfung von Drogenkriminalität gesprochen. Insgesamt haben weltweit 15 Länder Exekutionen wegen Drogendelikten vollzogen. Mehr als die Hälfte der asiatischen Staaten sprachen 2017 bei Drogenvergehen die Todesstrafe aus und in Nordafrika sowie im Mittleren Osten wurden so viele Menschen wegen drogenbezogener Straftaten getötet wie nirgend wo anders auf der Welt. Entgegen des Anstiegs ist im Iran zum Beispiel die Zahl der wegen Drogen getöteten Menschen von 58 auf 40 Prozent zurückgegangen. Hier wird seit kurzem mehr auf Prävention und Aufklärung gesetzt. Auch in Pakistan und Saudi-Arabien lässt sich dieser Trend erkennen.3

Als Gegensatz zu dieser positiven Entwicklung stehen die USA und ihre restriktive Drogenpolitik von Präsident Donald Trump. Dieser fordert nämlich die Todesstrafe für Drogendealer, da man solchen Menschen nur mit extremer Härte Einhalt gebieten könne. Gleichzeitig setzt er aber auch auf Prävention und will durch seine harsche Einwanderungspolitik dem Drogenfluss aus Lateinamerika Einhalt gebieten. Auf den Philippinen wurde vergangenes Jahr die Todesstrafe für Drogendelikte sogar wieder eingeführt, um so die Rauschgiftkriminalität effektiv zu bekämpfen. Seit dem Amtsantritt des Präsidenten Rodrigo Duterte im Juli 2016 sind auf den Philippinen mehr Menschen als im Afghanistan-Krieg ums Leben gekommen. Die Zahl der Toten beträgt circa 20.000. Die Täter sind Todesschwadrone bestehend aus Auftragskillern oder Polizisten. Trotz heftiger Kritik folgt Duterte weiterhin seinem brutalen Kurs und macht in Elendsvierteln Jagd auf vermeintliche Drogenkriminelle. Dies sind jedoch keine offiziellen Todesstrafen, da den Opfern jeglicher Anspruch auf ein faires Gerichtsverfahren verwehrt wird.456

  1. hamburgerabendblatt:Weniger Hinrichtungen und Todesurteile weltweit; Artikel vom 12.04.2018 []
  2. dw:Amnesty International:Weltweit weniger Todsurteile; Artikel vom 12.04.2018 []
  3. epo:Zahl dokumentierter Hinrichtungen war 2017 rückläufig; Artikel vom 12.04.2018 []
  4. zeit:Trump setzt auf Todesstrafe für Drogendealer; Artikel vom 20.03.2018 []
  5. dw:Philippinen führen Todesstrafe wieder ein; Artikel vom 07.04.2018 []
  6. frankfurterrundschau:Massenmord in den Slums; Artikel vom 22.02.2018 []

Über Fabian / earthlink

Ich heiße Fabian, bin 26 Jahre alt und stehe kurz vor dem Abschhluss meines Geographie Studiums an der LMU München. Ich mache das Praktikum bei Earthlink e.V um mir ein Bild von entwicklungspolitischer Arbeit in einer NGO zu machen, da ich mir später vorstellen könnte in diesem Bereich einmal tätig zu sein.
Dieser Beitrag wurde unter Internationales abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.