Mexiko: Immer mehr Zivilisten fallen dem Drogenkrieg zum Opfer

Ein von Kugeln durchlöchertes Auto. Bild: © Knight Foundation [CC BY-SA 2.0] - flickr

Mexiko hat momentan mit einer beispielslosen Welle an Gewalt zu kämpfen. Jedes Jahr fallen etliche unschuldige Menschen dem Drogenkrieg zum Opfer. Oftmals werden dabei versehentlich Zivilisten von Kartellen ermordet oder verschleppt. Dadurch wächst der Zorn der Bevölkerung auf die Kartelle immer weiter. Alleine im Jahr 2017 sind  in Mexiko 29.000 Menschen Tötungsdelikten zum Opfer gefallen, was es zum schlimmsten Jahr in der Geschichte des Landes macht.1

Als am 25. März dieses Jahres ein Medizinstudent in der Hauptstadt des Bundesstaates Jalisco tot aufgefunden wurde und drei weitere Filmstudenten verschwanden, war das der Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat. Die drei Studenten waren nach Dreharbeiten an einem Film in der Stadt Tonalá von Mitgliedern des Kartells „Nueva Generación“ entführt und wahrscheinlich ermordet worden. Dabei handelt es sich vermutlich um ein Versehen seitens der Entführer, die glaubten, dass die drei jungen Männer Mitglieder eines rivalisierenden Kartells seien. Als Antwort auf diesen Vorfall produzierten Studenten der Universität Guadalajara ein Video, welches sich an die Kartelle richtet und mit dem sie das Ende des Verschwindens von Zivilisten fordern. Laut Schätzungen gelten in Jalisco 3000 bis 5000 Menschen als verschwunden. Ebenfalls gingen zahlreiche Menschen im ganzen Land auf die Straße und demonstrierten für ein Ende der Gewalt und forderten Frieden, damit die zivile Bevölkerung wieder in Ruhe leben kann. Im Zuge des „War on Drugs“ in Mexiko sind etliche hochrangige Kartellmitglieder getötet oder festgenommen worden. Dadurch sind im ganzen Land Machtkämpfe zwischen rivalisierende Drogenbanden wegen Handelsrouten oder Gebietsansprüchen entbrannt und immer häufiger mischen sich auch kleinere Gruppen in diese Auseinandersetzungen ein. So ist die Anzahl der zivilen Opfer extrem angestiegen.23

Im Zuge der Wahl, die am 1. Juli 2018 stattfinden wird, sind bereits 31 Lokalpolitiker ermordet worden. Noch nie wurden im Vorfeld einer Wahl so viele Politiker bedroht oder ermordet wie aktuell. Viele der Ämter werden dabei auf Gemeindeebene vergeben weswegen die Kartelle versuchen, sich der Kontrolle über diese Gebiete zu bemächtigen, indem sie Angst schüren. Problematisch dabei ist, dass viele Politiker aus Angst vor dem Tod den Drohungen der Organisationen nicht standhalten, Schmiergeld annehmen und das Korruptionsproblem Mexikos sich weiter verschlechtert. Durch diese „Plata o Plomo“ (Geld oder Blei)-Politik können in vielen Gemeinden keine freien und fairen Wahlen gewährleistet werden.45

  1. merkur:Morde an drei Filmstudenten erschüttern Mexiko; Artikel vom 25.04.2018 []
  2. amerika21:Mexiko:Ein Student tot aufgefunden, drei weitere verschwunden; Artikel vom 02.04.2018 []
  3. monopol:Proteste nach Verbrechen an Filmstudenten in Mexiko; Artikel vom 25.04.2018 []
  4. amerika21:Große Zahl von Gewalttaten und Morden an Politikern vor Wahlen in Mexiko; Artikel vom 25.04.2018 []
  5. spiegel:Mexiko vor der Wahl:Alle vier Tage stirbt ein Politiker; Artikel vom 23.03.2018 []

Über Fabian / earthlink

Ich heiße Fabian, bin 26 Jahre alt und stehe kurz vor dem Abschhluss meines Geographie Studiums an der LMU München. Ich mache das Praktikum bei Earthlink e.V um mir ein Bild von entwicklungspolitischer Arbeit in einer NGO zu machen, da ich mir später vorstellen könnte in diesem Bereich einmal tätig zu sein.
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