Drogenmafia für Vernichtung von Regenwäldern in Guatemala verantwortlich

Bild: © Zhu [CC BY-NC 2.0] - flickr

„Tropische Abholzung als drittgrößter Kohlenstoffdioxid Verursacher auf der Welt“, so lautet die Schlagzeile eines Berichts, der erst vor einigen Tagen veröffentlicht wurde.  Dass allmählich die Ozonschicht abgebaut wird, liegt unter anderem daran, dass zu viel Wald gerodet und vernichtet wird. Zwischen 2015 und 2017 wurde verzeichnet, dass Emissionen, die durch Waldrodung entstanden, um 63 Prozent angestiegen sind.  Einer der wesentlichen Faktoren, die zur Abholzung der Regenwälder beigetragen haben, ist der stetige Anstieg der Nachfrage nach Drogen. Eine der betroffenen Regionen ist das Río Plátano Biosphären Reservat in Honduras, dessen Fläche 2011 durch die Abholzung erheblich beschädigt wurde. Sucht man nach einem Schuldigen, berichten Einheimische von den „narcos“, den Drogenhändlern.123

Der mesoamerikanische biologische Korridor, zu dem Guatemala gehört, soll angeblich den gleichen Stellenwert wie der Grand Canyon haben. Das Gebiet ist die Heimat für ca. 80 ethnische Gruppen und viele Bauern. Die Regenwälder sind hier bedroht, dennoch gibt es nur wenige Berichte über die Ereignisse aus diesem Teil der Welt.45

Drogenmafias und Schmuggler verwenden eine gewisse Strategie an, um von der Regierung nicht erwischt zu werden. Sie bauen Landepisten und Straßen in den abgelegensten Bereichen des Waldes, um ihre Ware zu transportieren. Indem sie Orte wählen, wo kaum Menschen leben, sorgen sie dafür, dass ihre Operationen geheim gehalten werden. Neuesten Informationen zufolge sollen auch Beamte bestochen werden, um ihr Geheimnis zu wahren. Offiziell wird Land abgekauft und zu Palmöl-Plantagen oder (Vieh-) Farmen umgewandelt, wodurch die Drogenhändler den Titel „Narco-ranchers“ bekommen haben. Dabei stecken die Kartelle meist dahinter, die besonders im Laguna del Tigre National Park oder dem Maya-Biosphärenreservat zu finden sind. In Regionen wie diesen soll es bis zu 1.400 versteckte Straßen geben, wo Drogen geschmuggelt werden.  Nachdem sie das Land abgekauft haben, werden die Straßen und Wege mithilfe von Waffen gesichert und kontrolliert.67

Einige glauben, dass der Drogenschmuggel in diesem Land erst durch Mexikos War on Drugs ins Rollen gekommen ist. Die Drogenmafia ist mittlerweile verantwortlich, dass im Jahr 30 Prozent des Waldes vernichtet wurden, 30-60 Prozent davon in Schutzgebieten. Das ist schädlich für die Umwelt, da die Bäume als Lebensgrundlage für die Landbevölkerung dienen und die Funktion als Kohlenstoffspeicher ausfällt. Währenddessen leiden Eingeborene und Bauern unter dem Drogenanbau, da sie verscheucht werden und ihnen das Land genommen wird. Ohne Land und Behausung sind die Opfer gezwungen, weiterzuwandern oder die Gefahr hinzunehmen, die von den Drogenmafias ausgeht. Ebenso sind sie heftigen Naturereignissen (bsp. starke Regenfälle) ausgesetzt, weil der Schutz der Bäume fehlt. Dass sich wenige Menschen für diese Problematik einsetzen, hängt mit der Gefahr zusammen, die von den kriminellen Organisationen ausgeht. Kritik und Aufmerksamkeit wollen sie vermeiden. So wurden bereits Aktivisten wie Berta Cáceres und Nelson García in Honduras getötet. Global Witness zufolge wurden 2014 so 116 Umweltaktivisten aus den gleichen Gründen mundtot gemacht.4891011

Letztendlich gelangen die Drogen von Südamerika über Mittelamerika in die USA. Obwohl es noch keine eindeutigen Beweise gibt für den Zusammenhang von Opioidschmerzmitteln, die eine ähnliche Zusammensetzung haben wie Heroin, geht man davon aus, dass die Nachfrage nach Heroin, die Abholzung des Regenwaldes fördert. Betrachtet man die Statistik, gibt es eine Verbindung zwischen dem Anstieg des Heroinkonsums und der Abholzung der Regenwälder. Heroin gewinnt man durch die Schlafmohn Pflanze. Konsumenten verspüren dabei eine Euphorie, die längerfristig körperliche Schäden und Abhängigkeit beim Menschen verursacht.1213

Neben Schlafmohn werden insbesondere in zentralamerikanischen Gebieten auch Marihuana und Koka angebaut sowie Methamphetamin produziert. Die Drug Enforcement Agency fand heraus, dass sich die Beschlagnahmung von Drogen zwischen der amerikanischen Grenze und Mexiko 2010-2015 verdoppelt hat. Der Geograph McSweeney behauptet sogar – dass der lokale Drogenschmuggel – 90 Prozent des Kokainhaushalts in der USA abdeckt.1415

  1. Pacific Standard: Tropical Deforestation is the Third-biggest Carbon Emitter in the World; 19.10.2018 []
  2. The Guardian: Deforestation of Central America rises as Mexico’s war on drugs moves south; 15.04.2014 []
  3. Pacific Standard: Cocaine Traffickers Are Turning Swaths of Central American Rainforest Into Money-Laundering Ranches; 23.05.2017 []
  4. takepart: How Drug Smugglers Are Destroying Central America’s Rain Forests; 10.02.2014 [] []
  5. ASU: Study links deforestation to drug trafficking in Central America; 01.06.2017 []
  6. National Geographic: Drug Trafficking Poses Surprising Threats to Rain Forests, Scientists Find; 30.01.2014 []
  7. Foreign Policy: From Cocaine Cowboys to Narco-Ranchers; 08.07.2016 []
  8. think progress: Guatemala’s indigenous people are at risk of losing their land; 10.10.2016 []
  9. The Guardian: ‚Narco-deforestation‘: cocaine trade destroying swaths of Central America; 16.05.2017 []
  10. Rettet den Regenwald e.V.: Drogenhändler zerstören Regenwälder; 17.05.2017 []
  11. Reuters: ‘Narco-deforestation’ may boost disaster risks in Central America; 20.06.2018 []
  12. Motherboard: America’s Opioid Epidemic Is Destroying the Rainforest; 26.04.2017 []
  13. Süddeutsche Zeitung: So gefährlich ist der Konsum von Heroin; 14.03.2018 []
  14. Motherboard: America’s Opioid Epidemic Is Destroying the Rainforest; 26.04.2017 []
  15. Science: Cocaine trafficking is destroying Central America’s forests; 16.06.2017 []

Über Maria / earthlink

Hallo ich bin die Maria. Ich studiere Politikwissenschaft, Amerikanistik und Geschichte. Die Internationale Politik ist für mich interessant, deswegen mache ich bei Earthlink mein Praktikum.
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