Peruanische Armee nun auch in Kampf gegen Drogen involviert

Peruanisches Militär und Peruanische Nationalpolizei (PNP) kämpfen gemeinsam gegen die Drogenwirtschaft | Bild: © Galeria del Ministerio de Defensa [CC BY 2.0] - flickr

Von Juli bis September konnten peruanische Streitkräfte im Tal der Flüsse Apurimac, Ene und Mantaro (VRAEM) mehr als fünf Terroristen verhaften, ein Guerilla-Camp zerstören und zahlreiche Waffen beschlagnahmen.1 Das VRAEM ist aufgrund seiner schwerzugänglichen Lage Unterschlupf von kriminellen Banden und wichtigstes Coca-Anbaugebiet Perus.2 Seit der Verabschiedung eines Gesetzes im Juli dieses Jahres gehen das peruanische Militär und die peruanische Nationalpolizei (PNP) gemeinsam gegen die Drogenwirtschaft im Land vor.1

Trotz der Kooperation Perus im Rahmen des US-amerikanischen Antidrogenprogramms ist das Land der zweitgrößte Coca-Produzent der Welt. 2017 wurde im Andenstaat auf knapp 43.900 Hektar Coca gepflanzt. Spitzenreiter bleibt Kolumbien mit einer Anbaufläche von ca. 171.000 Hektar, Bolivien nimmt Platz 3 ein mit einer Anbaufläche von ungefähr 24.500 Hektar. Die Einheimischen kultivieren seit über tausend Jahren Coca-Blätter, denn sie verwenden „Mama Coca“ nicht als süchtig machende Drogen, sondern als Medizin, Nahrungsergänzungsmittel und auch für Tee. Die indigene Bevölkerung verwendet Coca-Tee und Coca-Medizin gegen mögliche Krankheiten. Wanderer, Pferde- und Touristenführer kauen Coca-Blätter gegen die Höhekrankheit, auch Minenarbeiter verwenden Coca gegen Hungergefühle.345

Ein kleiner Teil des produzierten Cocas geht an den staatlichen peruanischen Cocamonopolisten ENACO, wo das Coca-Blatt zum Nationalgetränk Mate de Coca weiterverarbeitet wird. Ein weiterer, kleiner Teil wird von der indigen Bevölkerung privat und auf traditionelle Weise genutzt. Der größte Teil jedoch wird in kleinen Laboren zu Coca-Pasta verarbeitet, eine erste Vorstufe von Kokain.6

Die Drogenkartelle haben gute Beziehungen in Politik und Wirtschaft, auch sie haben eine eigene Armee.5 Der Einfluss der kriminellen Organisationen reicht sogar bis in die höchsten Sicherheitskreise und erschwert somit die Drogenbekämpfung erheblich. Drogenbosse kommen immer unbeschadet davon. Weitere Folgen des illegalen Drogengeschäfts sind Schutzgelderpressung, Vertreibung, Menschenhandel und Prostitution.4

Drogenbesitz und Drogenhandel sind in Peru strikt verboten und werden vom Gesetz hart bestraft.7 Trotzdem hat die Regierung keinen Erfolg beim Kampf gegen Drogen. Wenn die Behörden ein Cocafeld zerstören, dann wird woanders ein neues Feld angepflanzt, solange man damit viel Geld verdienen kann.4

  1.  DIALOGO: Peruvian Armed Forces Strengthen Fight against Narcotrafficking; Artikel vom 12.10.2018 [] []
  2. Wikipedia: Valle de los Ríos Apurímac, Ene y Mantaro; Stand vom 22.10.2018 []
  3. DW: Koka-Anbau auf Rekordhoch; Artikel vom 20.09.2018 []
  4. Informationsstelle Peru e.V.: Peru ist Weltmeister im Koka-Anbau; Artikel vom 28.10.2013 [] [] []
  5. INFOAMAZONS: Dossier Drogenprobleme Perus; Stand vom 22.10.2018 [] []
  6. INFOAMAZONS: Dossier Drogenprobleme Perus; Stand vom 22.10.2018 []
  7. Auswärtiges Amt: Peru: Reise- und Sicherheitshinweise; Stand vom 22.10.2018 []

Über Dominik / earthlink

Ich habe dieses Jahr an der Samuel-Heinicke-Fachoberschule den Abschluss gemacht. Jetzt absolviere ich den Bundesfreiwilligdienst bei earthlink e. V.. Ich möchte selbst aktiv bei sozialpolitischen Themen mitwirken und freue mich neue Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit zu sammeln.
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