Pakistans Drogenproblem verschärft sich

Bild: © Jordi Bernabeu Farrús [CC BY 2.0] - Flickr

Jedes Jahr verfallen 40.000 Menschen den Drogen in Pakistan. Dass Drogen gerne konsumiert werden, ist mittlerweile bekannt. Jedoch erscheint es zunächst unglaubwürdig, wenn man in den Nachrichten liest, dass mehrere Tonnen von Drogen verbrannt werden und Soldatinnen „Selfies“ damit machen. Die Anti Narcotics Force (ANF) hat diese Situation jedoch dargestellt. Vor einiger Zeit konnte sie über 2,2 Tonnen Drogen beschlagnahmen, darunter über eine Tonne Haschisch sowie Morphin, Opium, Heroin und Methampetamin. Desweitern möchte die Antidrogeneinheit mithilfe von Aufklärungsseminaren und Behandlungszentren für Zivilisten und Drogensüchtige gegen das wachsende Problem im Land vorgehen.1234

Pakistan gehört neben Afghanistan und Iran zu den führenden Ländern, die Opium produzieren und weiter vermitteln. Man spricht von dem sogenannten Goldenen Halbmond. Die Peshawar und Quetta Routen sind die wichtigsten Schmuggelrouten von Afghanistan nach Pakistan. Hier wird vor allem mit Heroin gehandelt. Drogen, die auf dem internationalen Markt verkauft werden, werden nur auf der Karachi Route transportiert.5

Gemäß des Foreign Policy Report sterben in Pakistan deutlich mehr Menschen an Drogen als durch terroristische Anschläge. Die geographische Lage Pakistans wird dem Land in doppelter Hinsicht zum Verhängnis. Zum einen ist es Durchgangsland für in Afghanistan produzierte Drogen, die sich auf dem Weg in andere Teile der Welt befinden. Zum anderen ist es aber auch ein Absatzmarkt für illegale Substanzen, die im Nachbarland hergestellt werden. Afghanistan ist derzeit für knapp 90 Prozent des weltweiten Handels mit Opiaten verantwortlich. Der Handel zwischen beiden Ländern ist für Drogenschmuggler sehr lukrativ, da es weder ein Stacheldrahtzaun an der Grenze noch richtige Kontrollen gibt.632

Medizin-Studenten sind ein wichtiger Bestandteil im Drogenhandel, denn ihnen fällt es relativ leicht, an die illegalen Substanzen zu gelangen. Unter normalen Umständen werden Opiate dazu gebraucht, Schmerzen mithilfe ihrer euphorischen Wirkung zu lindern. Damit der Zustand der Glückseligkeit aufrechterhalten werden kann, muss der Konsum immer wieder erhöht werden. Viele nutzen diese Tatsache aus und betreiben Handel damit, auch wenn die langfristigen Folgen verheerend sind.7

Bildungseinrichtungen sind zur Zielscheibe von Drogenschmugglern geworden. Dieses Jahr wurden bereits 408 Händler in der Nähe von solchen Orten festgenommen. 72 Prozent der Opfer sind Menschen, die Stress ausgesetzt sind oder nicht genügend Aufklärung über den Konsum von Drogen genossen haben. Nicht nur Erwachsene konsumieren Drogen, sondern selbst Kinder fangen bereits mit sieben Jahren damit an – abhängig von der sozialen Umgebung, in der sie aufwachsen.8910

Allmählich ist die Rede vom Organisierten Verbrechen. Damit assoziiert man Geldwäsche, Korruption und die Kriminalisierung von politischen Institutionen. Mit dem Geld aus dem Drogengeschäft bestechen kriminelle Gruppen Justizbeamte und Polizisten. Einige Gesetzeshüter drücken ein Auge zu, weil sie von diesem Geschäft profitieren. Drogenhändler weiten ihre Macht immer mehr aus, auch weil sie teilweise schon Mitglieder der Provinz- und Nationalversammlungen sind.111213

Das pakistanische Justizsystem hat seine Schwächen. 1997 trat ein Gesetz in Kraft, das  den Besitz, Handel, die Produktion oder die Finanzierung von jeglicher Droge mit schweren Strafen belegt. Jedoch wurden bisher nur kleinere Handlanger bestraft, aber nicht die Drahtzieher an der Spitze der Drogenhandelskette.14

Bedenklich ist ebenso die teilweise willkürlich wirkende Rechtssprechung der pakistanischen Justiz. Erst dieses Jahr wurden zwei Männer wegen des Besitzes von Cannabis verhaftet. Während einer von ihnen freigesprochen wurde, erhielt der andere eine lebenslange Freiheitsstrafe. Dies legt den Verdacht nahe, dass es die Regierung speziell auf die ärmliche Bevölkerung abgesehen hat, inklusive Frauen, Minderjährige und Kranke. Das UNODC gab bekannt, dass in Pakistan bereits mehr als 6.7 Millionen Menschen von Drogen abhängig sind. Man kann darauf gespannt sein, was die Regierung künftig verändern will, um ihre Gesetze an die Realität anzupassen.15

  1. DhakaTribune: Pakistan’s anti-drugs task force is setting the internet aflame; 28.10.2018 []
  2. The Nation: ANF torches 403kg narcotics at drug burning ceremony; 24.10.2018 [] []
  3. Samaa: Narco-killer heroin, more deadly than suicide bombers in Pakistan; 27.10.2018 [] []
  4. UrduPoint: Anti Narcotics Force Seizes 2.227 Tons Drugs In 33 Operations; Arrests 38; 05.11.2018 []
  5. Daily Times: Pakistan and the Golden Crescent; 24.11.2017 []
  6. The News: Pakistan’s opioid crisis; 18.07.2018 []
  7. The News: Pakistan’s opioid crisis; 18.07.2018 []
  8. UrduPoint: Police Continue Crackdown Against Drug Peddlers In Lahore; 22.10.2018 []
  9. The Nation: Drug abuse rapidly increasing in Pakistan; 26.06.2018 []
  10. The News: Pakistan’s drug problem; 11.11.2018 []
  11. The News: Dangerous tentacles of drug money; 01.07.2018 []
  12. The Nation: Drug abuse rapidly increasing in Pakistan; 26.06.2018 []
  13. Channel NewsAsia: Golden Triangle’s drug production expands, diversifies amid opioid concerns; 07.11.2018 []
  14. The News: Pakistan’s drug problem; 11.11.2018 []
  15. Daily Times: Rethinking Pakistan’s drug law; 19.10.2018 []

Über Maria / earthlink

Hallo ich bin die Maria. Ich studiere Politikwissenschaft, Amerikanistik und Geschichte. Die Internationale Politik ist für mich interessant, deswegen mache ich bei Earthlink mein Praktikum.
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