Drogenbanden versetzen El Salvador in Angst und Schrecken

Mitglied der Mara Salvatrucha

Ein Mara Salvatrucha Mitglied wird festgenommen. Die Gang zählt zu einen der gefährlichsten weltweit | Bild: © FBI [Public Domain ] - Wikimedia Commons

El Salvador gilt als gefährlichstes Land der Welt, außerhalb der Kriegsgebiete. Grund dafür sind die Maras, so werden die Jugendbanden in El Salvador und Zentralamerika genannt, die über das Land mit Angst, Schrecken und Gewalt herrschen. Die Regierung versucht gegen diese Jugendbanden vorzugehen. Dafür haben sich Armee, die nationale Zivilpolizei und die Generalstaatsanwaltschaft zusammengeschlossen. Eine ihrer Operationen war es, gegen ein Netzwerk an Frontmännern vorzugehen. Diese wurden beschuldigt, der Bande Barrio 18 und Mara Salvatrucha (MS-13), die zwei bekanntesten Maras, mit Geldwäsche geholfen zu haben. Das Schwarzgeld stammt von illegalen Aktivitäten wie Menschen und Drogenhandel, Erpressung, Entführung, Raub, Mord oder Zwangsprostitution. Für die Geldwäsche benutzen die Bandenmitglieder unter anderem Lebensmittelgeschäfte, Restaurants, Elektrogeschäfte und Immobilien.1

Im September dieses Jahres kam es dann durch die verschiedenen Offensiven zu mehreren Verhaftungen. Hunderte Bandenchefs wurden festgenommen sowie diverse Einzelpersonen, die in den Bandenaktivitäten verwickelt waren. So auch Carlos Farabundo Molina, der ehemalige Bürgermeister der Puerto de la Libertad Gemeinde, der die Bande Barrio 18 für einen Mord beauftragt hatte. Es wurden ebenfalls der evangelische Pastor Guillermo Stanley Corleto Ruiz und der stellvertretende Polizeiinspektor, Gustavo Neftalí Pérez de León aus der Acajutla Gemeinde, festgenommen, weil sie an illegalen Geschäften mit den Banden beteiligt waren.2

Ziel dieses Einsatzes war es gegen die Drogenbanden vorzugehen, sie zu schwächen, wo es nur geht und ihr Eigentum zu beschlagnahmen, um die Geldwäsche zu verhindern.

El Salvador, dieses kleine Land in Zentralamerika, spielt eine bedeutende Rolle im internationalen Drogenhandel. Es ist ein wichtiges Transitland für das Drogengeschäft zwischen den Vereinigten Staaten und Südamerika. Laut dem 2014 vom U.S. Department of State veröffentlichten International Narcotics Control Strategy Report, wurden 2013 etwa 86 Prozent des in den USA gehandelten Kokains erstmals durch den Korridor von Mexiko und Zentralamerika geführt wurde. Salvadorianische Banden bieten Schutz für Drogentransporte, Waffen und Menschenhandel, die das Land durchqueren.3 2015 entschied das oberste Gericht im Land, sie als Terrorgruppen einzustufen.4

Die zwei größten und verfeindeten Gangs im Lande sind die MS-13 und die Barrio 18. Sie zählen insgesamt 65.000 Mitglieder, in einem Land mit nur 6 Millionen Einwohnern. Vor nur 13 Jahren waren es noch 11.000.5

Die Folgen für El Salvador sind verehrend. Durch die rivalisierenden Maras kommt es zu extremer Gewalt. 6500 Morde pro Jahr. Als Aufnahmeritual wird verlangt, jemanden auszurauben, zu vergewaltigen oder ein Mitglied der anderen Bande zu töten. Oft schließen sich die Kinder und Jugendlichen freiwillig einer Bande an aber eben genauso oft auch nicht. Wer es nicht freiwillig macht, muss um sein Leben fürchten. Die Gründe für die Gewalt und die immer höher werdenden Mitglieder Zahlen sind die extreme Jugendarbeitslosigkeit und die Perspektivlosigkeit. Die Jugendbanden bieten einen scheinbaren Ausweg aus dieser Hoffnungslosigkeit.Doch die Gewalt und die Tatsache, dass Banden in Armenviertel nahezu omnipräsent sind, treibt viele in die Flucht- nach Amerika, wo sie sich ein besseres Leben ohne Angst erhoffen. Vor einigen Wochen haben sich Tausende von Flüchtlingen aus Zentralamerika in Mexico-City versammelt und warten nun auf Asyl von den vereinigten Staaten.67

Die Regierung von El Salvador verfolgt seit einigen Jahren die Strategie der sogenannten Mano Dura, übersetzt die harte Hand. Doch diese Vorgehensweise hat sich als nicht effizient erwiesen. Das Ergebnis dieser Politik; Je härter die Behörden gegen die Banden vorgehen desto brutaler antworten sie darauf und umso gewalttätiger und erbarmungsloser sind die Maras gegenüber den Polizisten.

Die Politik muss nun eingestehen, dass ihre bisherige Verfahrensweise gescheitert ist und einen anderen Lösungsansatz anstreben. Vor einigen Jahren hat die Kirche es geschafft, einen Waffenstillstand mit den Banden zu vermitteln. Dieser hielt nur ein Jahr, aber das lag am Regierungswechsel. Ein erneuter Versuch könnte die Lage in der Regierung entspannen. Eine weitere Alternative wäre, den Teufelskreis des Angebots und der Nachfrage der Drogen zu stoppen. Wenn in den USA die Nachfrage nach Drogen sinkt, dann sinkt auch das Angebot und El Salvador wird weniger als Transitland missbraucht.8

  1. Frankfurter Rundschau: El Salvador: Im gefährlichsten Land der Welt; 13.05.2016 []
  2. Diálogo: El Salvador fights Barrio 18, Mara Salvatrucha gangs; 23.10.2018 []
  3. U.S. Department of State: El Salvador; 2014 []
  4. InSight Crime: El Salvador Supreme Court Labels Street Gangs as Terrorist Groups; 26.08.2015 []
  5. Deutschlandfunk: El Salvador: Die gefürchten Mara-Jugendbanden; 15.11.2018 []
  6. Stern: Tyrannei der Gangs: Im gefährlichsten Land der Welt; 15.10.2017 []
  7. Die Zeit: Pakt mit dem Teufel in El Salvador; 16.05.2012 []
  8. Die Zeit: Pakt mit dem Teufel in El Salvador; 16.05.2012 []

Über zoei

Ich habe Kunstgeschichte und Sprache, Kultur und Literatur studiert. Eigentlich könnte man denken ich habe nicht das Profil, um in einer NGO zu arbeiten aber ich interessiere mich sehr für die Menschen und die Geschehennisse um mich herum und möchte auch deshalb aktiv mithelfen. Mein Praktikum bei Earthlink ist ein erster Schritt in diese Richtung.
Dieser Beitrag wurde unter Internationales abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.