Moderne Transportwege und das Darknet begünstigen den Drogenhandel

Satellitenaufnahme von der Erde

Satellitenaufnahme mit Lichtern der Städte | Bild: © NASA´s Marshall Space Flight Center [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Die Globalisierung und die erhöhte Nutzung des Internets haben eine entscheidende Wirkung auf den illegalen Drogenhandel. Da Prozesse, so auch der Vertrieb von Waren, im Internet deutlich schneller ablaufen als auf herkömmlichen Wegen, tut sich die Justiz zunehmend schwer bei der Strafverfolgung sowie bei der Unterbindung des Verkaufs von illegalen Waren. Zudem fördern das stetige Bevölkerungswachstum sowie die Ausweitung der Städte in Afrika und Asien den globalen Drogenhandel zusätzlich.1

Die UNODC berichtet, dass Fortschritte in der Technologie, Transport und bei Reisewegen die Effizienz und Geschwindigkeit der globalen Wirtschaft gesteigert haben und somit auch den Drogenhandel. Es wird angenommen, dass jedes Jahr mehr als 420 Millionen Schiffe Waren über die Weltmeere transportieren. Die meisten verfrachten legale Waren, aber die Autoritäten können nicht alles kontrollieren. Dabei werden Drogen oder ihre Bestandteile wie Koka versteckt. Die Möglichkeit Drogen auf verschiedenste Weise zu transportieren befindet sich im ständigen Wandel. So stehen den kriminellen Organisationen heutzutage neben Lkws und Boote auch Flugzeuge zum Transport zur Verfügung. Sobald Schmuggel-Routen aufgedeckt werden, entstehen anderswo neue. Die Globalisierung hat es ermöglicht, Transport-, Kommunikations- und Informationskosten zu sparen. Die Öffnung der Grenzen trägt ebenfalls dazu bei, dass Transaktionen und Know-how leichter auszutauschen sind. Dadurch erhöht sich auch die Effizienz und somit der Gewinn für die Drogenhersteller. Der Transport auf dem Luftweg, über Landesgrenzen hinweg, oder mit Containern wird immer beliebter. Der Lieferant braucht hier nur 3 Minuten, den Container illegal zu öffnen. Seit dem Jahr 2000 haben Beschlagnahmungen von Containern in wichtigen europäischen Häfen wie Rotterdam oder Antwerpen stark zugenommen.21

Aus dem gleichen Bericht geht hervor, dass der illegale Drogenhandel für bis zu 20 Prozent der globalen Kriminalität verantwortlich ist. Es gibt immer mehr Drogenhändler, die mit der Zeit kreativer werden. Mobile Telefone und der Computer ermöglichen es, schneller in Kontakt zu treten und dabei Netzwerke zu verschleiern. Die Produktion und Lieferung von Drogen ist mittlerweile an viele kriminelle Aktivitäten gebunden. Ohne Beziehungen wird es schwer, eine Lieferkette aufrechtzuerhalten. Kriminelle Organisationen haben auch zunehmendes einen multinationalen Charakter. Manche Mitglieder besitzen eine, andere aber auch 2 oder noch mehr Nationalitäten. Größere Netzwerke haben Mitglieder, die insgesamt mehr als 60 Nationalitäten besitzen. Für den Heroinschmuggel nach Europa, der über die sogenannte Balkan-Route abgewickelt wird, sind beispielsweise Türken, Albaner und Pakistani Schlüsselfiguren. Der Kokainhandel von Südamerika nach Europa wird beispielsweise oftmals von italienischen Kriminellen übernommen.3

Der Drogenhandel geht immer einher mit der Bestechung von Beamten und mit Geldwäsche. Der Vertrieb der illegalen Substanzen stellt für die Demokratie und die Menschenrechte eine ernsthafte Bedrohung dar. Dabei produziert die Globalisierung sowohl Gewinner als auch Verlierer, insbesondere in Regionen mit Ungleichheit und Armut. Zudem erhöht der Durchfluss an Drogen die Nachfrage in den entsprechenden Transitstaaten, destabilisiert diese, und zerstört ihre bereits angeschlagenen staatlichen Institutionen. Politische, soziale sowie wirtschaftliche Probleme werden in den Transitländern verschärft.3

Drogen sind online erhältlich, seitdem es das Internet gibt. Der Aufstieg des sogenannten Web 2.0 und des Online-Shopping hat zur Handelsroute Silk Road geführt, der erste moderne Darknet Schwarzmarkt. Dank der Globalisierung und der Digitalisierung ist es Kriminellen nun möglich, problemlos über mehrere Landesgrenzen Kontakt zu halten, ohne dabei viel Geld auszugeben. Menschen aus jedem Land können durch das Internet mit ein paar Clicks an Drogen herankommen. Dabei können die Händler ihren physischen Vertrieb örtlich von ihrer Technologie und Vermarktung trennen, was es der Strafverfolgung erschwert, Täter tatsächlich aufzufinden. Anonymität ist dabei ein wichtiges Kriterium im Cyberspace. Jetzt können auch Nichtkriminelle in Foren nach Drogen suchen, ohne den Lieferanten direkt zu kontaktieren oder ihn jemals sehen zu müssen. Die Drogen werden dann im Anschluss an versteckten Orten in der Stadt platziert. Alle Anweisungen bekommen die Konsumenten übers Internet, aber nur bei sofortiger Zahlung der Ware.45 

Bereits jetzt arbeiten zahlreiche kriminelle Gruppen aus verschiedenen Ländern zusammen und haben sich die Vorteile der Globalisierung zunutze gemacht. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, muss auch die Strafverfolgung vermehrt auf internationale Kooperation setzen. Erst durch länderübergreifende Zusammenarbeit kann dem Drogenhandel effektiv begegnet werden. Die internationale Gemeinschaft versucht bereits durch gemeinsame Kampagnen sich zu wappnen. Ohne die Einbeziehung anderer Staaten wird es nur sehr schwierig, einflussreiche Mafiagruppen zu fassen.1 

  1. EMCDDA: The influence of globalisation (EU Drug Markets Report); Stand 2016 [] [] []
  2. Vice News: The Golden Age of Drug Trafficking: How Meth, Cocaine, and Heroin Move Around the World; 25.04.2016 []
  3. EMCDDA: The influence of globalisation (EU Drug Markets Report); Stand 2016 [] []
  4. Pain News Network: Darknet Markets and the Opioid Crisis; 07.02.2018 []
  5. 112UA: New drugs gaining popularity via online stores in Ukraine; 05.07.2018 []

Über Maria / earthlink

Hallo ich bin die Maria. Ich studiere Politikwissenschaft, Amerikanistik und Geschichte. Die Internationale Politik ist für mich interessant, deswegen mache ich bei Earthlink mein Praktikum.
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