Venezuela im Teufelskreis aus Drogenhandel und Korruption

Nicolas Maduro Venezuela | Bild: © Joka Madruga [CC BY 2.0] - flickr

Drogenhandel ist kein neues Thema für Venezuela. Das Land ist seit vielen Jahren aktiv am Drogenhandel beteiligt, grundsätzlich durch seine Rolle als Transitstaat auf der Hauptroute für den Export von Drogen aus seinem Nachbarland und wichtigstem Kokaproduzenten, Kolumbien. Laut dem US-Außenministerium galt Venezuela 2016 weltweit als eines der wichtigsten Durchgangsländer für Drogen. Von dort werden die illegalen Substanzen dann in die USA, nach Europa oder Westafrika weitergeleitet. Dies ist im Wesentlichen auf Venezuelas geografische Lage, die ausgedehnten und unbewohnten Grenzgebiete und ineffiziente Grenzkontrollen zurückzuführen.12

In den letzten zwanzig Jahren hat der Drogenhandel in Venezuela; unter der Regierung von Hugo Chavez und seinem Nachfolger Nicolas Maduro, trotz der humanitären Krise des Landes, radikal zugenommen. Das wurde durch verschiedene Umstände bewiesen. Zum einen hat sich der Kokaanbau im kolumbianischen Grenzgebiet in einem Zeitraum von acht Jahren verzehnfacht. Dieses Gebiet im Norden Kolumbien, Catatumbo, produziert heutzutage die gleiche Menge an Kokablättern wie ganz Bolivien. Zum anderen nahmen die Drogenlieferungsflüge zwischen Venezuela und Mittelamerika um 50 Prozent zu.34

Die unbestreitbare Beteiligung Venezuelas am Drogenhandel hat schwerwiegende Folgen für das Land. Insbesondere die Korruption macht Staat zu schaffen. Venezuela ist heutzutage eines der korruptesten Länder der Welt. Der Corruption Perception Index 2017 platzierte es auf Rang 169 von 180 Ländern. Die weit verbreitete Korruption in Venezuela herrscht in den meisten staatlichen Institutionen.5

Seit der Regierung Chavez beschuldigen die USA und andere regionale Funktionäre die eigene militärische und politische Elite Venezuelas als Mitwirkende im Transport von Drogen aus dem Land und ins Land hinein. Laut Journalisten und Politikwissenschaftlern wird Venezuela nicht von einer Regierung geführt, sondern von einem Drogenkartell.467

In den letzten Jahren sind in Venezuela viele Fälle von Korruption durch Drogenhandel aufgetreten. Während er in Lateinamerika von kriminellen Organisationen in Form von Kartellen betrieben wird, sind es in Venezuela einflussreiche Vertreter der Regierung, die am Vertrieb der illegalen Substanzen verdienen. In Venezuela ist es das sogenannte «Cartel de los Soles» –Kartell der Sonnen. Dieses Kartell besteht aus staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren, die ausschließlich mit der Erlaubnis und dem Schutz wichtiger Militärs und Regierungsbeamter operieren. Ohne diese politische Kooperation und die Zahlungen an die richtigen Personen wären Schmuggelaktionen nicht möglich.8

Laut InSight Crime machen zumindest 123 Repräsentanten des venezolanischen Regimes beim Kartell der Sonnen mit. Innerhalb dieser Funktionäre befinden sich wichtige Vertreter Venezuelas wie Diosdado Cabello, nach Maduro zweitwichtigster Mann im Land. Anfang 2015 beschuldigte die US- Justizbehörde Cabello der Kopf des Drogenkartells zu sein. Bis heute ist er mit der Unterstützung von Maduro an der Macht und in 2018 ist er Präsident des venezolanischen Parlaments geworden.910

In ähnlicher Weise sind Venezuelas Justiz-, Innen- und Industrieminister wegen Drogenschmuggels in den USA angeklagt. In März 2019 beschuldigte ein US-Bundesgericht Tareck El Aissami, ehemaliger Vizepräsident des Landes und derzeit Industrieminister, die Miliz der libanesischen Hisbollah in Venezuela den Zugang zu ermöglichen mit dem Ziel Spionage- und Drogennetzwerke auszubauen.10

Außerdem sei Maduros Familie auch aktiv am Drogenhandel beteiligt. 2016 wurden zwei Neffen von Cilia Flores, Ehefrau des Präsidenten, wegen Kokainschmuggel vor ein US-Bundesgericht gestellt. Während der Verhandlung wurden Beweise dafür geliefert, dass die Neffen möglicherweise als politische Deckung für das Kartell der Sonnen gespielt haben.11

Wie können so viele korrupte Handlungen möglich sein, ohne Maduro selbst miteinzubeziehen? Obwohl es keine Beweise dafür gibt, dass der venezolanische Präsident vom Drogenhandel profitiert, ist es offensichtlich, dass er mitwirkt. Seine Rolle in diesem Zusammenhang wird durch seine enge Beziehung mit den Funktionären seines Kabinetts deutlich. Er hat den Personen in seinem Regime hohen Posten verschafft, obwohl Sie von den USA des Drogenhandels bezichtigt werden. Zufall?

Mit Maduro und dem Kartell der Sonnen an der Macht sowie der Verschärfung der Wirtschaftskrise ist zu erwarten, dass der Drogenhandel in Venezuela weiter expandieren wird. Infolgedessen wird Venezuela weiterhin im Teufelskreis aus Drogenhandel und Korruption regieren.


  1. Martí: EEUU: Venezuela es ruta principal de salida de las drogas de Colombia; Artikel vom 3.11.2015 []
  2. Observatorio de delito organizado: El tráfico de drogas ilícitas en Venezuela; Beitrag vom 10.03.2017 []
  3. Neue Zürcher Zeitung: Drogenhandel, Goldabbau, Schmuggel: In Venezuela verdient der Machtapparat viel Geld mit illegalen Geschäften; Artikel vom 21.05.2019 []
  4. CNN: La corrupción en Venezuela ha creado una superautopista de cocaína a EE.UU; Artikel vom 17.04.2019 [] []
  5. Transparency International: Corruption Perceptions Index 2017 []
  6. El Nacional: Neumann: Venezuela está regida por un cartel de drogas, no por un gobierno; Artikel vom 16.08.2017 []
  7. The Washington Post: A drug cartel’s power in Venezuela; Artikel vom 24.05.2015 []
  8. InSight Crime: Narcotráfico en el régimen venezolano: El “Cartel de los Soles”; Artikel vom 17.05.2018 []
  9. Neue Zürcher Zeitung: Drogenhandel, Goldabbau, Schmuggel: In Venezuela verdient der Machtapparat viel Geld mit illegalen Geschäften; Artikel vom 21.05.2019 []
  10. Spiegel: Maduros Regierung im Drogensumpf; Artikel vom 08.05.2019 [] []
  11. InSight Crime: Cartel of the Suns; Artikel vom 31.10.2016 []

Über Micaela / earthlink

Ich bin die Mica, ecuadorianische Studentin von Politikwissenschaft und Soziologie. Ich interessiere mich sehr für Entwicklungsländer und ihre politische und sozial relevante Situationen. Ich möchte bei earthlink mich mit entwicklungspolitischen Themen beschäftigen und hoffe, ich werde noch vieles lernen.
Dieser Beitrag wurde unter Internationales abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.