Handel von Opiaten

Schlafmohn wird hauptsächlich in drei Regionen angebaut:

Die meisten der Anbauländer, allen voran Afghanistan und Myanmar, bauen nicht nur das Ausgangsprodukt Schlafmohn an, sondern verarbeiten dieses auch weiter. Aber auch Länder, die keine Anbauflächen für Schlafmohn besitzen, können Weiterverarbeitungsländer sein, so z.B. die Türkei.

(c) Webking | Dreamstime.com

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Die drei Produzentenregionen bedienen neben dem Markt im eigenen Land jeweils unterschiedliche Märkte. Während die Opiate aus Afghanistan hauptsächlich für Konsumenten in dessen Nachbarstaaten Iran, Pakistan, Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan, im Mittleren Osten, Afrika und Europa zugänglich gemacht werden, werden Opiate aus der Region „Goldenes Dreieck“ nach China, verschiedene südostasiatische Länder und Ozeanien bzw. Australien gehandelt. Das meiste Heroin und Opium, welches aus Lateinamerika stammt, wird auf dem nordamerikanischen Markt gehandelt, ausschließlich Kanada. Ein kleiner Teil davon bedient aber auch Märkte Süd- und Mittelamerikas.

Neuere Beobachtungen zeigen, dass sich Schmugglerrouten auch ändern, was vermutlich mit verstärkten Anstrengungen der Behörden der entsprechenden Länder zu tun hat. So gewinnt Ostafrika als Transitregion an Bedeutung, aber auch Staaten wie der Irak, Saudi Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate.

Handelsrouten aus Afghanistan

Die im Folgenden beschriebenen Routen sind nicht unbedingt vollständig. Die angegebenen Orte sind durch Beschlagnahmungen und Aussagen von polizeilich gefassten Drogenhändlern ermittelt worden.

  1. Die nördliche Route

    Die nördliche Route wurde vor allem in den 1990er Jahren für den Drogenhandel aus Afghanistan benutzt, um Opium bzw. Heroin nach Russland zu schaffen.

  2. Die Balkanroute

    Die Balkanroute ist die wichtigste Route für den Drogenhandel aus Afghanistan. Sie führt die Opiate nicht nach Russland sondern über den Iran in die Türkei, von wo aus sie nach ganz Europa gelangen. Oftmals wird auf dieser Route mit Rohopium gehandelt. Dieses wird dann erst in der Türkei zu Heroin weiterverarbeitet.

  3. Die nördliche Balkanroute

    Bei der nördliche Balkanroute handelt es sich um Varianten der Balkanroute. Sie verlaufen durch den Kaukasus anstatt durch die Türkei. Bislang wurden drei verschiedene Verläufe festgestellt:

    Die erste Variante führt von Afghanistan über den Iran und Aserbaidschan nach Georgien. Von dort aus wird das Heroin über das Schwarze Meer in die Ukraine bzw. nach Bulgarien weitergehandelt. Die zweite Variante verläuft ebenfalls über den Iran. Danach führt sie über das Kaspische Meer in Richtung Russland / Kaukasus. Von dort aus nimmt sie die gleiche Route wie die vorherige Variante über das Schwarze Meer in die Ukraine oder Bulgarien. Eine weitere mögliche Route führt das Heroin nicht in den Iran, sondern über Zentralasien zum Kaspischen Meer. Von dort aus gelangt es in Richtung Aserbaidschan bzw. Kaukasus.

  4. Die südliche Route                                                                                                        Da es für die südliche Route sehr viele Zielstaaten gibt, ist es nicht einfach einen genauen Verlauf festzustellen. Der Handel verläuft zu einem großen Teil in Richtung Europa, Afrika und Asien, zu einem kleinen Teil in Richtung USA und Kanada. Nur Russland ist von dieser Route gänzlich ausgenommen. Bislang konnten nur wenige Routen genauer beschrieben werden:Eine der Handelsrouten verläuft von Ost-Afghanistan über die FATA, Federally Administered Tribal Areas (Stammesgebiete unter pakistanischer Bundesverwaltung,) in die Volksrepublik China. Eine weitere verläuft ebenfalls durch die FATA. Von dort führt sie in die North-West-Frontier Province (nordwestliche Grenzprovinz Afghanistans) und nach Indien. Eine weitere Variante der Southern Route verläuft von Belutschistan, Süd-Afghanistan, über den Osten des Irans in die Türkei. Von dort aus gelangt die Droge in die anderen Staaten Europas.
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Quelle: Eigener Entwurf

Die Balkanroute und die nördliche Route sind die wichtigsten Handelsrouten für aus Afghanistan stammendes Heroin. Sie verbinden das asiatische Land mit den großen Märkten Rußland und Westeuropa. In den letzten Jahren ist die Menge des Heroins, das über die Balkanroute geschmuggelt wurde, jedoch zurückgegangen. Das ist vor allem auf verstärkte Grenzkontrollen in den Transitstaaten im Südosten Europas zurückzuführen. So ist ein Angebotsdefizit in Europa entstanden, das inzwischen über alternative Routen ausgeglichen wird. Deshalb nutzen die Schmuggler nun eine neue Südroute, bei der das Heroin über den afrikanischen Kontinent in die EU geschmuggelt wird. Dabei gelangen die Drogen, ausgehend von der Küste im Süden Pakistans mit Schiffen über den indischen Ozean in ostafrikanische Länder wie z.B. Tansania. Von dort aus wird das Heroin über den Landweg bis zum Mittelmeer transportiert, von wo aus es Europa erreicht. Vor allem in Italien macht sich dieser neue Trend bemerkbar.

Handelsrouten aus dem „Goldenen Dreieck“

Die Routen aus dem goldenen Dreieck, also den Staaten Myanmar, Laos und Thailand lassen sich nur schwer feststellen. Es wird vermutet, dass der überwiegend in Myanmar angebaute Schlafmohn in Gebieten entlang der Grenze zu Thailand zu Heroin weiterverarbeitet wird. Von dort soll es über kleinere Orte im Norden Thailands in dessen Hauptstadt Bangkok geschmuggelt werden. Anschließend wird es auf den internationalen Markt weitergehandelt, vermutlich in die USA oder nach Europa. Berichten zu Folge wird auch Heroin über Bangladesch nach Indien geschmuggelt und von dort aus auf den Weltmarkt gebracht.

Quellen:

UNODC: World Drug Report 2010

UNODC: World Drug Report 2013

UNODC: Drug Trafficking

UNODC: World Drug Report 2014

UNODC: World Drug Report 2016

10 Kommentare zu Handel von Opiaten

  1. vn sagt:

    anstatt die legalisierung zu fordern, würd ich mir lieber gedanken machen warum man das zeug überhaupt anfassen muss.

    kontrollierte abgabe, qualitätskontrolle.. ihr habt doch einen dachschaden.
    der gravierendste punkt unlösbar: die sucht, welche garantiert ist bei „längerem“ konsum vom heroin/kokain. dies wird niemals jemand verändern können..

    es ist die eigene entscheidung es zu nehmen oder nicht, deshalb sollte niemand rumheulen oder die schuld auf irgendwas schieben, die schuld für die drogensucht und deren unannehmlichkeiten haben zu 99,8% die konsumenten selbst. und wenn man die lebensläufe, sowie entscheidungen dieser studiert wird man genau dies feststellen.

    finger weg von drogen, das zeug gehört in krankenhäuser unter strengster kontrolle (was jetzt NICHT der fall ist) und in absoluten situationen ohne alternative. alle anderen sollten gefälligst froh gesund zu sein

    ps. die cia führt krieg mit dem zeug, wie gewinnt man leichter einen krieg?
    indem sich die gegnerische bevölkerung selbst ausschaltet.

  2. Dirk sagt:

    Guten Tag,

    ich bin seit nunmehr 18 Jahren abhängig von Opiaten.
    Die letzten 5 Jahre davon von verschiedenen Substitutionsstoffen wie Buprenorphin oder L-Polamidon.
    In dieser letzten Zeit, seitdem ich nicht mehr kriminell werden muss, um den mich „gesund“ machenden Stoff (man könnte auch Medikament sagen) zu bekommen, bin ich Vater eines Vierjährigen (hier ist eine sichere Lagerung das A und O), habe mein Abitur nachgeholt und fange jetzt an, Mathematik und Sozialwissenschaften zu studieren.
    Trotzdem lebe ich als Drogengebraucher immer noch weitgehend isoliert und selbst meine eigene Familie will nicht viel mit mir zu tun haben. Ich versuche, es Ihnen nicht so übel zu nehmen. Sie sind auch nur Opfer der Drogenpolitik und der damit verbundenen Stigmatisierung.
    Man bekommt hierzulande wenigstens genügend medizinische Hilfe, aber um ein gutes, selbstbestimmtes Leben führen zu können, ist es besser, diese Sache zu verheimlichhen, weil kaum jemand wirklich damit klar kommt.
    Und Schuld an den vielen Drogentoten und den mit vor allem der Heroinabhängigkeit verbundenen häufig auftretenden Krankheiten ist nicht die Droge schuld, sondern die Prohibition und die schlechte, wenig präventive Aufklärungsarbeit.
    Es bringt nichts, so lange es irgendwie geht so zu tun, als wäre das Problem nicht vorhanden. Es sollte festen Aufklärungsunterricht als einstündiges Zusatzfach an den Schulen geben.
    Und die Illegalisierung führt in keinster Weise zu Erfolg. Ich kenne Dealer, die seit 10 Jahren tagein , tagaus auf demselben U-Bahnhof verkaufen und nicht dafür belangt werden. Sie tun das von 9 bis 16, so wie andere arbeiten gehen.
    Der Versuch. die Drogen (Wieder!!!) zu legalisieren, sollte gemacht werden. Dafür müsste es dann spezielle Geschäfte mit extra geschultem Personal geben.
    Die Finanzierung sollte wohl nicht das Problem sein!
    In diesem Sinne alles Gute an alle, die das lesen und lasst besser die Finger davon. Lebt sich einfach leichter und länger 😉

  3. anuradha sagt:

    Hallo

    Wäre docj besser dass überall Hash und Heroin LEGAL wära !!!!!

    ALKOHOL macht viel mehr Leute abhängig wie TABACK.

    Seit 1000 Jahren gibt es schon hasch und heroin wenn 100% reines Heroin wie Methadon Ibrunorfen wäre viel besser Leute nach 31-2 Jahren nehmen sie Methadon or Ibunorfen und Dann fährt niemandem ein dafür nehmen sie DORMIKUM ROHIPNOL SIRDALUD 4mg.

    Und diese sind 10000% schlimmer als Heroin ……

    Alle leute in Islam Orten nehmen dass zig Jahrhundert Rauchen Heroin Opium…. Ist für den Körper und GEHIRN nicht so Appatisch wie schlafmittel…

    Heroin schläft man nicht mehr euphorisch sachen machen nicht pennen mit TABLETTEN

    Macht es endlich wie in Afgahn Pakistan und Myamar Anpflanzen alles Legal und die Staaten nehmen MEHR GELD als von ALKOHOL und TABACK sicher wie in Indien in den ca. bis ende 1980 bekamen alle ältere Leute legal bekommen und jetzt müssen die RAUBEN TOURISTEN LINKEN UN-SO- Weiter SEID VERNèNFT

    Männer schlagen Frauen auf Alkohol 80% statistick…. Helft alle Fühlenden Wesen!!!!!! BITTE WECHSELT alki zu Heroin ZIGI zu Hash wie so vielen Orten Indien Nepal Tschechien Thailand Laos Myamar Sri Lanka Uganda u.s.w. GRèSSE ANURADHA SCHMID SCHWEIZ

  4. snezana ayhan sagt:

    Wisst ihr eigentlich über was ihr redet? Wisst ihr wie das ist wen man sein lebenlang gegen die Sucht kämpft. Und in einem Land lebt wo man keine Ersatz Medikamente bekommt. Und dan mit 49 Jahren stirbt. Wie viele sind in der Türkei schon gestorbrn? Und die meisten von ihnen waren ausgewiesene aus Deutschland, Östereich oder der Schweiz. Sind diese
    Länder nicht auch am tod dieser Menschen schuld? Aber keinen interessiert es, es sind ja Kriminelle. Aber das sind sie nicht sie sind Opfer.

  5. Sepp sagt:

    @baba
    Ich denke, auch die Luftwaffe hat ihren Anteil. Schau dir das Gehalt eines Lademeisters der ganzen „leer“ zurückkommenden Transportmaschinen an…..und rechne mal, wieviel Schmiergeld 1 oder 2 Tonnen wert wären. Und dann schau dir die Heroin-Strassenpreise in Deutschland VOR und NACH dem deutschen Engagement in Afghanistan an.
    @earthlink
    Selbst wenn baba konkrete Informationen hätte, wäre er schön blöd, das hier kund zu tun, oder? Sowas kann tödlich enden ….
    Cheers

  6. baba sagt:

    seid ihr so blöde oder tut ihr nur so sit zehn jahren schmuggellt die us army das heroin aus afghanistan erste station rammstein zwischen oder enddieler sind meist junge ausgestossene ausländer die weder vom volk noch von der politik akzeptiert werden.

  7. sören v. kroge sagt:

    So lange der heroinhandel,die Abgabe und der konsum Schwerstabhängiger
    nicht legal vom staat in die Hand genommen wird,werden immer wider
    skrupellose Verbrechensorganisationen Kapital aus dem Elend unserer
    Kinder machen und sie obendrein noch mit minderwertiger,mit allen
    möglichen Substanzen verschnittener Ware ins Elend und schlußendlich in einen menschenverachtenden Tod treiben.Prost wir lassen uns das Feierabendbier nicht vermiesen.

  8. Andre sagt:

    Sehr schöne Beschreibung der Handelsrouten für Opiate. Ich hatte danach gesucht um mir eine Frage zu beantworten und habe mit dieser Seite jetzt soviel Input wie ich brauche, Danke!.

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