Regenwaldzerstörung

Regenwald weicht den Anbauflächen für Drogenpflanzen

(c) T4nkyong | Dreamstime.com

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In Lateinamerika werden große Waldflächen gerodet und abgeholzt, um zusätzliche Anbauflächen für Koka und Schlafmohn zu schaffen. Die Folgen der Regenwaldzerstörung sind verheerend: Erosion und Dürre der Böden sowie die Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts innerhalb der gesamten Region. Selbst im andinen Hochland gibt es großflächige Abholzungsaktionen von unberührten Wäldern, um den Anbau von Schlafmohn oder Koka zu ermöglichen.

Aber auch die vom Staat selbst initiierte Vernichtung von Drogenfeldern heizt diese Entwicklung an. Denn viele Drogenbauern, deren Felder vernichtet wurden, ziehen weiter, u.a. in Regenwaldgebiete. Unzählige Bäume werden gefällt, um Platz für diese neuen Felder zu schaffen, um Unterkünfte zu errichten und um Straßen und Landebahnen für den Transport zu bauen. In Kolumbien werden über die Hälfte der illegalen Pflanzen in neu abgeholzten Gebieten angebaut.1

Preisschwankungen zwingen die Menschen zum Holzverkauf

Wie es bei legalen Produkten üblich ist, unterliegt auch der Drogenhandel Preisschwankungen. So werden die Bauern bei Preisverfall gezwungen, den Urwald zusätzlich zum Holzverkauf zu roden, um ihre Existenzgrundlage zu sichern. In den 1990er Jahren trat dieses Phänomen verstärkt in Peru auf.

Das Beispiel Guatemala

(c) Juliengrondin | Dreamstime.com

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Zur Verdeutlichung des Ausmaßes: 2007 und 2008 verlor Guatemala jeweils 23.000 Hektar Regenwald. Bis 1992 wurden in den lateinamerikanischen Anbauländern 700.000 Hektar Regenwald vernichtet. Obwohl es schwierig ist, einen direkten Zusammenhang zwischen Drogenhandel und Abholzung von Regenwald nachzuweisen, sprechen einige Indizien dafür. In Honduras beispielsweise vervierfachte sich die Abholzungsrate zwischen 2006 und 2011. Im gleichen Zeitraum konnte auch beim Drogenhandel im Land ein starker Anstieg festgestellt werden. In manchen Regionen Mittelamerikas werden bis zu 60 Quadratkilometer jährlich zugunsten des Drogenhandels vernichtet. Neben der Nutzung für den Anbau von Drogenpflanzen werden die frei werdenden Flächen hauptsächlich zu Straßen und Landebahnen umfunktioniert.

Die ökologischen Probleme, die in Mittelamerika mit dem Drogenhandel zusammenhängen, haben ihren Ursprung u.a. im harten Vorgehen der mexikanischen Regierung. Im Zuge des War on Drugs, der 2006 von Präsident Felipe Calderón ins Leben gerufen wurde, mussten viele der Drogenkartelle ihre Aktivitäten in andere Staaten der Handelsroute zwischen den USA und Südamerika verlegen, z.B. Honduras, Nicaragua und Guatemala.

Auch für Cannabis werden Wälder gerodet

Auch der Anbau von Cannabis bringt in manchen Regionen schwerwiegende ökologische Folgen mit sich, obwohl er fälschlicherweise oft als sehr natürlich und nachhaltig betrachtet wird. Es gibt die Vermutung, dass einige mexikanische Kartelle bereits in den USA, respektive in Nordkalifornien, großflächig Hanf anbauen. Hierzu werden Waldflächen in großem Stile gerodet.

Quellen:

Beutler, Benjamin: Gesprühter Tod

Rathgeber, Theodor: Indianische Gemeinschaften suchen Ausweg aus dem Drogenanbau in Lateinamerika

Romero, Cecibel: Naturschutz in Zentralamerika – Drogenkartell bedroht Dschungel

BBC News: Drug trafficking is speeding deforestation in Central America

Süddeutsche.de: Wie Kokain den Regenwald zerstört

Newswise: Drug Trafficking Leads to Deforestation in Central America – Link zum Artikel nicht mehr aufrufbar am 03.03.2014

Huff Post Green: The environmental impacts of an unregulated Marijuana Industry

Schieber, Barbara: Drug trafficking a major security threat for Guatemala and the Region (nicht mehr verfügbar)

  1. Countthecosts: The War on Drugs: Causing Deforestation; aufgerufen am 17.Juni 2014 []

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