Entstehung einer Narco-Popkultur

In Mexiko bildet sich eine Kultur, in der die Mitglieder von Kartellen als Helden gefeiert und verehrt werden. Obwohl die Kartelle hauptverantwortlich für das extreme Maß an Gewalt im Land sind, gibt es vor allem junge Menschen, die am Dasein eines Mitglieds Gefallen finden. Der Reichtum, die Unantastbarkeit, die Furcht , die ein Bandenmitglied verbreitet, all das sind Aspekte, die auf eine perspektivlose mexikanische Jugend enormen Einfluss haben können.

Mittlerweile beauftragen die Kartelle gezielt Musiker, für sie neue Lobeshymnen und Erkennungsmelodien zu komponieren. Diese Vorgehensweise zielt auf weitaus mehr ab als die bloße Entstehung von Neid und Furcht gegenüber den kriminellen Organisationen. Die Kartelle möchten als Wohltäter und Samariter verstanden werden und sich somit Akzeptanz und Wohlwollen innerhalb der Bevölkerung sichern. Es handelt sich also um durchdachte Öffentlichkeitsarbeit und um Marketing der Drogenmafia.

Die Musik aus den „Narco“-Kreisen findet sowohl nördlich als auch südlich der mexikanisch-amerikanischen Grenze Anklang. Vergleichbar ist diese Entwicklung mit der Entstehung des sogenannten „Gangsta“Rap, der Mitte und Ende der 90er Jahre in den USA seine Hochzeit erlebte. Obwohl Künstler stets versicherten, sie würden lediglich die Lebensumstände in amerikanischen Ghettos darstellen, wurden Dinge wie Drogenhandel, Zuhälterei, Ungerechtigkeit und sogar Mord dabei glorifiziert. Ob es sich dabei um Absicht handelte, sei dahin gestellt. Fakt ist jedoch, dass derartige Beschreibungen vor allem durch junge Menschen missverstanden werden können.

 

Quellen:

Yahoo Nachrichten: „Narco Cultura“ – Songs über Drogen, Mord und das große Geld

Wikipedia: Gangsta-Rap

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