Gefährdung der indigenen Bevölkerung

Die Drogenproduzenten vertreiben Indigene aus ihrer Heimat

(c) Deb22 | Dreamstime.com

(c) Deb22 | Dreamstime.com

In vielen Drogenanbaugebieten werden indigene Bevölkerungsgruppen gezwungen, ihr Land zu verlassen bzw. für den Drogenanbau zur Verfügung zu stellen. Oftmals werden sie im Zuge dessen Opfer von Gewalt. Dies ist besonders schwerwiegend, da diese Gebiete bzw. Erde für diese Menschen ihre spirituellen Bezüge, ihr Universum, ihre Existenz und ihre Identität bedeuten. Ihre Grundrechte, ihre Autonomie und kulturellen Werte werden umfassend verletzt. Man kann zurecht von einer modernen Form der kolonialen Invasion mit den klassischen Folgen Landraub und Vertreibung sprechen.

Zum Beispiel die Tarahumara, ein Indianervolk aus dem Norden Mexikos, sind von diesem Problem betroffen. Die Menschen sind dort fast täglich in Auseinandersetzungen mit der Drogenmafia verwickelt. In Baborigame (Mexiko) werden pro Woche drei bis vier Indigene von Killerkommandos der Drogenmafia ermordet.

Problematisch ist auch, dass die Ureinwohner ihr Geld als Drogenkuriere verdienen. In Peru beispielsweise ist das Schmuggeln von Kokain oft die einzige Möglichkeit, die Familie zu ernähren. Die Quechua (Ureinwohner Südamerikas) transportieren das Rauschgift, verpackt in Rucksäcke, auf Trampelpfaden über die Anden nach Bolivien. Die Mochileros (Mochila = Rucksack), wie sie auch genannt werden, nehmen pro Marsch bis zu 400 US-Dollar ein. Im Vergleich dazu: Landarbeiter verdienen gerade einmal zehn US-Dollar am Tag.

 

Quellen:

Schriek, Ellen / Schmuhl, Hans-Walter: Der stille Krieg in der Sierra Madre – Seite nicht mehr verfügbar

Schriek, Ellen / Schmuhl, Hans-Walter: Das grüne Gold der Sierra Tarahumara – Seite nicht mehr verfügbar

SLE: Drogenbekämpfung und Alternative Entwicklung

Spiegel: Kokainkuriere in Peru: Laufburschen der Drogenbarone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.