Globalisierung

Neue offene Märkte und weltweiter Güterhandel

Mit der zunehmenden wirtschaftlichen Globalisierung und der Entstehung zahlreicher neuer offener Märkte seit Beginn der 90er Jahre hat auch der weltweite Handel mit illegalen Gütern stark zugenommen. Dazu gehören der globale Handel mit Waffen, Menschen, gefälschten Produkten oder Drogen. Transnationales organisiertes Verbrechen ist ein globales Problem, das als negativer externer Effekt des zunehmenden weltweiten Güterhandels entsteht. Der Drogenhandel ist das umsatzstärkste Segment in der „Schattenglobalisierung“ und hat sich für zahlreiche Staaten inzwischen zu einer handfesten Sicherheitsbedrohung entwickelt.

Staatliche Grenzen verschwimmen

© Kts | Dreamstime.com

© Kts | Dreamstime.com

Die Globalisierung und ihre Erscheinungsformen bedeuten, dass es für Staaten extrem schwierig geworden ist, ihre Grenzen zu definieren, geschweige denn aufrecht zu erhalten. Die herkömmliche Vorstellung von Staatlichkeit scheint nicht mehr zu passen. Souveränität in dem Sinne, dass Regierungen die Lebensverhältnisse auf ihrem Territorium eigenmächtig bestimmen, erodiert seit längerem. Wirtschaft, Kommunikationsmedien und andere Funktionssysteme durchdringen nationale Grenzen. Regelungsbedarf herrscht international. Regierungen können nicht mehr im Alleingang entscheiden und implementieren.

Moderne Informationstechnologie macht es den Kartellen einfach

Copyright: Ajv123ajv | Dreamstime.com

Copyright: Ajv123ajv | Dreamstime.com

Für den Drogenhandel bedeutet die Globalisierung vor allem auch sinkende Transportkosten und die Möglichkeit der Nutzung von moderner Informationstechnologie. Die Kommunikation zwischen Angebot und Nachfrage ist einfacher und sicherer geworden, Lagerbestände können effizienter organisiert werden. (Drogen-) Handelsorganisationen werden mittlerweile wie multinationale Unternehmen geführt. Sie werden von unterschiedlichen Gruppen geleitet, die in verschiedensten Teilen der Welt beheimatet sind. Kokain-Kartelle in Kolumbien und Mexiko; Triaden in Hongkong, Taiwan und China, die Yakuza in Japan, die sizilianische Cosa Nostra, die Cosa Nostra in New York und die Mafiaorganisationen in Russland und einigen anderen osteuropäischen Staaten.

Kartelle bedienen sich sozialer Netzwerke

Copyright: Grasko | Dreamstime.com

Copyright: Grasko | Dreamstime.com

Noch vor ein paar Jahren waren Kartelle auf die Nutzung von Funkempfängern oder Münztelefonen angewiesen, heute jedoch nutzen sie moderne Informationstechnologien ungeniert und in vollen Zügen. Soziale Netzwerke wie beispielsweise Facebook, YouTube oder Twitter erfreuen sich mittlerweile großer Beliebtheit bei den Mitgliedern krimineller Organisationen. Dabei geht es den Kartellen um die Steigerung ihrer Bekanntheit, die Verbesserung ihres eigenen Image und letztendlich um die Rekrutierung neuer Mitglieder. Vor allem Jugendliche erweisen sich als anfällig für die Werbung in Social Networks.

Aber auch zur Abschreckung sind Formate wie Facebook ein probates Mittel. Oktober 2013 erschütterte die Grausamkeit eines Videos über tausende von Facebook-Mitgliedern. Zu sehen war die Enthauptung einer knienden Frau, durchgeführt von einem maskierten Mann, der mit einer barschen Stimme in die Kamera sprach: „Also Gentlemen, das ist, was mit allen Anhängern des Golf Kartells passieren wird. Im Auftrag der Los Zetas.“ Konsequenzen für diese Tat scheinen sie nicht zu fürchten, so sorglos wie sie mit den Social Media umgehen.

Das große internationale Verbrechen

 

(c) Eldadcarin | Dreamstime.com

(c) Eldadcarin | Dreamstime.com

Internationales Verbrechen ist ein relativ neues Phänomen. Bevor es das World Wide Web, Handys, internationalen Zahlungsverkehr und unkompliziertes internationales Reisen gab, agierten Kriminelle hauptsächlich innerhalb ihrer eigenen Grenzen. Nun haben sich internationale kriminelle Organisationen zusammengetan, um ihre Profite zu vergrößern. Gleichzeitig vergrößern sie die Distanz zwischen ihnen und der zuständigen Strafverfolgung. Sie sind äußerst mobil und nicht durch nationale Grenzen eingeschränkt. Sie können den Standort ihrer Drogenlabore wechseln und ändern Handelsrouten zu Ländern hin, in denen Regierungen am wenigsten Kontrolle haben.

Geldwäsche funktioniert einfacher

Stoupa/Dreamstime.com

Stoupa/Dreamstime.com

Gerade im Bereich der Geldwäsche profitieren Drogenhändler von der Globalisierung. Dies hat vorwiegend mit der zunehmenden Auflösung von finanziellen Grenzen und Privatisierungen im Bankensektor zu tun. Organisierte Drogennetzwerke, wie z.B. die russische Mafia, nutzen Banken in Staaten des Südens, um ihr Geld zu waschen: z.B. die Marshall-Inseln, Niue, Samoa und Vanuatu. Illegale Transaktionen lassen sich im Kommunikationszeitalter viel schneller und anonymer abwickeln.

 

Quellen:

Studie des Handelsblatt

Heinrich Böll Stiftung: Drogen, Dollars, Demokratie

Artikel von Entwicklung und Zusammenarbeit

Artikel nicht mehr vorhanden – Beitrag des SWP, Berlin

Artikel von Social Science (Englisch)

Artikel der Agence France (Englisch) – Artikel nicht mehr verfügbar

Beitrag der GTZ: Drugs and Conflict (Englisch)

International Business Times: Beheaded Woman in Viral Video on Facebook

CBS5: Researchers: Drug cartels taking to social media to recruit, improve image

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.